Quelle: Serkenrode und das Kirchspiel Schliprüthen, S. 273 ff, Ursprünglich aus den Unterlagen der Archivs der Vikarie Serkenrode.
1565 |
geschätztes Erbauungsdatum der ursprünglichen
Hofkapelle |
1821 |
Die Kapelle wird mit einem Kostenaufwand von 80 Reichstalern
und 125 Silbergroschen renoviert. Vor allem werden Mauerwerk
und Fenster repariert. |
1829 |
Da die Kapelle einsturzgefährdet ist, wird eine
grundlegende Renovierung beschlossen. Die alte Kapelle, die
bereits einen Dachreiter mit Kreuz und Hahn besaß, wird bis zum
Chorraum abgebrochen. Die Fenster waren nicht farbig verglast,
sondern bestanden aus weißem französichem Kathedralglas.
Kreisbaumeister Boese von Meschede leitete den Umbau. Die
Neueindeckung des alten Chordaches und des Neubaus finanziert
Frank Funke. Er besorgt ebenfalls einen neuen Hahn als
Dachreiter. Das Maß der "neuen Kirche" Länge 48 Fuß, Breite 36 Fuß, Höhe 22 Fuß. Das alte Chor war 20 Fuß lang, 16 Fuß breit. Die Orgelbühne ist 12 Fuß breit und 11,5 Fuß über dem Fußboden errichtet. Wer freiwillig einen Beitrag zum Kirchbau entrichtet hat, darf gegen eine jährliche Abgabe von 16 Silbergroschen einen Platz auf der Orgelbühne während der Gottesdienste einnehmen. (Anmerkung: Das Orgelbühnenplatzverpachten hat bis heute einen festen Termin im Serkenroder Jahreskalender) |
1835 |
Der Umbau der Kirche mit einem Kostenaufwand von 567 Reichstalern ist abgeschlossen. |
1846 |
Vikar Fiege beschreib den unmöglichen Zustand des Chorraums und der Kapelle. "Sie ist ein kunstloses Gebäude, ohne Turm, viereckig mit rundem Chorabschluß, der jedoch nur so klein ist, dass er eben den Hochaltar fassen kann. Der hiesige Chor ist so zerfallen und fast ohne Fundament, dass jeder mit Recht befürchten muss, derselbe werde in einiger Zeit einstürzen." |
1848 |
Am 30.11. genehmigt das Generalvikariat in Paderborn die Aufbewahrung des Allerheiligsten während der Wintermonate in der Serkenroder Kapelle, um die Kranken versorgen zu können. Die Genehmigung kommt nur deshalb zustande, da die Serkenroder die Kosten für die Unterhaltung des ewigen Lichts aufbringen können. |
1859 |
Am 24. Oktober wird der Seminarpriester Adolf Hesse von Cobbenrode als Vikarieverwalter nach Serkenrode versetzt. Der bisherige Vikar Fiege wird nach Siedlinghausen versetzt. |
1860 | Am 2. Januar genehmigt dsa Generalvikariat die Anstellung des Küsters und Organisten Franz Hesse. |
1861 | Am 30. August schließt der Kapellenvorstand mit
dem Glockengießer Anton Greve von Meschede einen Vertrag über
den Umguß der kleinen Glocke, die im Sommer 1860 zersprungen
war. Die kleine Glocke wiegt 60-70 Pfund. Die neue Glocke wird
1863 durch Pfarrer Wiegand von Schliprüthen benediziert. Am 02.09. wird die Vikarie dem bisherigen Schulvikar Johann Bernhard Koch von Amecke übertragen. |
1872 | Am 08.01. schließt der Kapellenvorstand mit Heinrich Becker einen Dienstvertrag als Küster. |
1873 | werden zwei neue Nebenaltäre angeschafft. |
1878 | Im Januar unterbreitet Orgelbauer Willy Klein von George einen Kostenvoranschlag zur Reparatur der Orgel, die durch Feuchtigkeit stark gelitten hat. Die Orgel besteht aus 12 klingenden Registern, 1 Manul, Pedal und 3 Faltenbälgen. Die Reparatur wird mit 75 Reichsmark veranschlagt, erhöht sich aber aufgrund der Neubelederung der Bälge auf 250 Reichsmark. |
1883 | erfolgt eine Orgelreparatur durch den Orgelbauern Fr. Clewing von Münster. Ein neues Gebläse wird angeschafft und die Klaviatur neu belegt, so daß Kosten in Höhe von 700 Reichsmark entstehen. Die Pläne zur Erweiterung des Chorraums werden verworfen da zur Zeit die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung stehen. |
1885 | Am 12. Juli wird das Vikariegebäude gegen 3 Uhr von einem Blitz getroffen und in Brand gesetzt. Der Schaden erstreckt sich nur auf den Dachstuhl, der am 31.07. bereits wieder aufgebaut ist. |
1894 | Der Kapellenvorstand beschließt, innerhalb der nächsten 4 Jahre ein neues Chor mit Sakristie zu errichten. |
1898 | Am 03.03. genehmigt das Paderborner Generalvikariat die Erweiterung der Kapelle. Bischof Hubertus Simar von Paderborn bewilligt den Betrag von 300 Reichsmark zum Erweiterungsbau. Ebenso bewilligt die Regierung in Arnsberg ein "Gnadengeschenk" in Höhe von 1380 Reichsmark. |
1900 | am 15.02. gibt
Bauunternehmer Plaßmann, Förde, ein Gutachten über den Zustand
der alten Kapelle Serkenrode ab: "Die Kapelle zu Serkenrode ist ein älteres Bauwerk und zeigt schon in vielen Teilen deutliche Anzeichen des Verfalls. Obschon das Mauerwerk noch in verhältnismässig gutem Zustand sich befindet, ist doch das Dach derart zerfallen, daß eine erfolgbare Reparatur nicht mehr durchführbar ist. Die Sparren sind größtenteils wurmstichig, leigen sehr weit auseinander und haben infolgedessen Durchsackungen der Dachfläche hervorgerufen. Die Schalung, aus Buchenholz bestehend, hat sich stark verzogen, was eine Undichtigkeit der Schieferdeckung zur Folge hat. Der Schiefer selbst ist sehr schlecht, zum größten Teil faul und abgebröckelt. Auch der Dachreiter ist in allen Teilen baufällig und eine Erneuerung desselben ein unabweisbares Bedürfnis. Ich erachte aus all diesen Gründen eine Erneuerung des ganzen Dachaufbaues einschließlich des Dachreiters unter Beibehaltung des alten Mauerwerks für notwendig." Vikar Becker vermerkt zu dem obigen Bericht noch folgendes: "Die jetzige Ortskapelle ist die Erweiterung einer ursprünglich zu dem Gaugrevischen Hofe (Böhmer-König) gehörigen Kapelle. Bei der späteren Vergrößerung ist vermutlich das Chor stehen geblieben, das jetzige Chor wäre demnach ein Rest der ursprünglichen Kapelle." Am 06.05. beschließt der Kapellenvorstand, von Caspar Böhmer einen Morgen Ackerland zur Anlegung eines Begräbnisplatzes anzukaufen. Das Generalvikariat genehmigt den Ankauf des Platzes am Kommunalweg nach Schliprüthen, wenn die Friedhofsgebühren nach Schliprüthen (Mutterpfarrei) abgeführt werden. |
1901 | Im Sommer erfolgt der Umbau der Kapelle. Vom
alten Bau bleiben nur die Umfassungsmauern des ScChiffes stehen,
die um ca. einen Meter erhöht werden. Außerdem werden die
Fensterhöhlen erhöht. Der Fußboden wird höhergelegt und bedielt,
die Bänke umgearbeitet und neue Kinderbänke für das Chor
angefertigt. Nach Westen hin entsteht ein neues Joch mit
Dachreiter. Am 29.10. benediziert Vikar Becker die neue Kirche. |
1902 | Das Paderborner Generalvikariat genehmigt die
Spendung des Tauf- und Ehesakramentes sowie die Abhaltung von
Beerdigungen. Hierzu sind entsprechende Matrikel zu führen.
Ebenfalls werden genehmigt: Die Abhaltung von Gottesdiensten an
den letzten drei Tagen der Karwoche, die Durchführung der
Fronleichnamsprozession am Sonntag nach Fronleichnam und die
Feier des 40stündigen Gebetes zu Pfingesten. Am 05.10. beschließt die Gemeindeversammlung einstimmig, die Abpfarrung von Schliprüthen zu beantragen und in Zukunft das Pfarrergehalt selber aufzubringen. Die Verhandlungen über diesen Gegenstand ziehen sich bis 1923 hin, werden aber letztlich durch die kirchlichen und weltlichen Behörden abgelehnt. |
1904 | Unter Verwendung der alten Glocke im Chorturm soll die Glockengießerei F. Humpert zu Brilon ein neues Dreiergeläut für Serkenrode herstellen. Die Glocken werden am 19.09.1905 von Brilon nach Freienohl verschickt. |
1909 | Am 17.01. beschließt der Kapellenvorstand die
Anschaffung einer neuen Orgel und vergibt den Auftrag an den
Orgelbauer Peckel in Hagen. Sie soll 5.174 Reichsmark gekostet
haben. Am 28.07. revidiert der Kapellenvorstand die neue Orgel und bezeichnet sie als "wohlgelungen". Die Prüfung erfolgt durch Pater Dominikus Pamler aus Marienstatt. Im selben Jahr wird Lehrer Rath als Organist angestellt. |
1913 | Am 16.11. beschließt der Kapellenvorstand die Anlegung einer elektrischen Beleuchtung für Kirche und Vikariehaus. |
1914 | Am 31.07. wird der Altar durch den Paderborner
Weihbischof Heinrich Hähling von Lanzenauer konsekriert. Im
Sepulcrum befinden sich Reliquien der Heiligen Innozenz und
Andreas. Die alte Glocke wird für 20 Mark an die Kapelle in Schöndelt abgegeben. |
1915 | Nach Beschluß im Kapellenvorstand werden zwei Heiligenfiguren und Kelche sowie das Versehkreuz an das Paderborner Diözesanmuseum abgegeben. |
1917 | Am 04.07. läuteten die Glocken des Hauptturmes zum letzten Mal, bevor sie demontiert und an die Heeresverwaltung abgegeben wurden. |
1921 | Der Kapellenvorstand beschließt, 2 neue Glocken
mit den Tönen d2 und a2 gießen zu lassen. Das erfolgt am 18.07. Am 14.08. findet die Glockenweihe statt. Die Glocken erhalten die Namen St. Joseph und St. Vitus. Die Ausmalung der Kirche beginnt im August. Am 23.08. versucht Pfarrvikar Moenig anläßlich des 50jährigen Küsterjubiläums von Heinrich Becker eine bischöfliche und päpstliche Auszeichnung zu bewirken. In der Folge stellt sich allerdings heraus, daß die Gemeinde nicht in der Lage ist, die Kosten des päpstlichen Ordens "Pro Ecclesia et Pontifice" in Höhe von 671,75 Reichsmark zu tragen. |
1925 | Am 29.03. feiert Pfarrvikar Moenig sein
25jähriges Priesterjubiläum. Ihm zu Ehren wird ein Fackelzug
veranstaltet. Im Festhochamt hält Dechant Hillebrand, der
spätere Paderborner Weihbischof, die Festpredigt. Vom 12.-19.07. wird eine "Geisteserneuerung für Männer und Jünglinge" durch Pater Elipidius, OFM abgehalten. Pfarrvikar Moenig lobt die gute Teilnahme, rügt aber gleichzeitig den rauhen Ton des Predigers: "Wenn nur P. Elipidius das unmotivierte Rufen lassen wollte und das Schimpfen auf die Sauerländer. Nach seiner Meinung wird im ganzen lieben Vaterlande nirgendwo soviel getrunken als im Sauerlande." |
1926 | Vom 11.-18.07. ist Geisteserneuerung für die Frauen der Gemeinde. Die Predigten hält Pater Hülsmann, CSR aus Bochum. Trotz Heuernte sind die Veranstaltungen gut besucht. |
1927 | Im Herbst errichtet die Gemeinde Serkenrode auf
dem Friedhof ein Ehrenmal für die Gefallenen des I Weltkrieges.
Den Platz des Ehrenmals zierte seit 1901 das Friedhofskreuz, das
aus dem Grund versetzt wird. Im Anschluß an die Einweihungsfeier
gestaltet der Kriegerverein im Schützenzelt eine Feier mit
Gesang, Musik, Gedichten und Tanz. Die Festrede hielt Amtmann
Imholte. Die saloppen Modeerscheinungen der zwanziger Jahre machen auch vor Serkenrode nicht halt, so dass sich Pfarrvikar Stöwer veranlaßt sieht, in der Chronik folgendes festzuhalten: "Die Mode wuchert wie das Unkraut auf dem Felde, auch auf den kleinsten Dörfchen des lieben Sauerlandes. Frech wie immer, drängt sie sich bis in alle Winkel vor. Das Sauerland ist darin nicht konservativ geblieben. Es öffnet der Frau Mode Tür und Tor. Wenn die Alten einmal wiederkämen, sie fühlten sich fremd am eigenen Herd. Wahr ist, was der Volksmund treffend sagt: "Außen fix, innen nix." Auch Serkenrode ist nicht geblieben, wie es war. Im Großen und Ganzen hat es sich freilich vor den Auswüchsen der Mode bewahrt. Sehr bemerkenswert und bezeichnend ist, daß, nachdem der Ortsgeistliche sein geliebtes Serkenrode soeben verlassen, der Nachfolger aber nocht nicht eingetroffen, man nichts eiligeres zu tun hatte, als schnell einige Schachteln helle Strümpfe kommen zu lassen. Das Wort "Mode" bezaubert, fesselt, elektrisiert." |
1928 | Da eine unaufschiebbare Reparatur von Kirche
und Vikariehaus notwendig ist, wird eine enorm hohe
Kirchensteuer erhoben, die erst nach zähen Verhandlungen durch
die Regierung Arnsberg genehmigt wird. 55% werden auf das
Einkommen und 130% Kirchensteuer auf Grund und Boden
veranschlagt. Am 02.07. werden 26 Kinder durch den Weihbischof Johannes Hillebrand aus Paderborn in Schliprüthen gefirmt. Die sgn. "Alte Schule", die sich im Eigentum der kirchlichen Gemeinde befindet, wird renoviert. |
1930 | Ende Juni werden die beiden Dachreiter auf der Kirche repariert und die Hähne neu vergoldet. Die Arbeiten wurden von Schieferdecker Cremer aus Serkenrode durchgeführt. |
1930 | Die Ortsgeistlichen werden erstmals zur Kirchensteuer "herangezogen". |
1931 | Daß sich ein Ortsgeistlicher in der damaligen
Zeit auch mit der "Tagespolitik" des Ortes auseinandersetzte,
beweist folgende Notiz aus der Chronik der Pfarrvikarie: "22. Juni. Schützenfest trotz der großen 'deutschen' Not! Andere einsichtsvolle Gemeinden verzichten 'einmal' auf die sonst wohl erlaubte Freude. Drei Uhr kamen die Weiber heim! Wie nett! Gegen vier Uhr war noch Lärm auf den Straßen! Wie musterhaft! Jeder Schütze zahlte 14 Reichsmark an die Schützenkasse als Teilhaber an dem Feste. Und die sonstigen Ausgaben für Kleider, Besuche, etc.? Wie hoch die Gesamtsumme! Und das in dieser geldknappen, notreichen Zeit! Welch ein Verständnis! Sunt pueri! (=Es sind Kinder) Drei Tage wurde Freibier getrunken. Nicht genug! Zwei Abende Frebier kamen hinzu. Und der Erfolg? Ein Defizit!" |
1932 | Vom 03.-11. Januar findet eine Mission in
Serkenrode statt. Prediger sind die Patres Leenen und Leopold,
die es verstehen, die Mission zu einem Erfolg werden zu lassen. Am 20.03. beschließt die Gemeindeversammlung die Anschaffung einer Heizungsanlage für die Kirche. Die Heizung wird durch die Essener Firma Pyrkosch hergestellt und kostet 1.200 Reichsmark. Am 19.06. wird die neu erbaute Josefskapelle eingeweiht. Sie steht auf dem Wege nach Ramscheid vom Unterdorf aus hinter dem Bahndamm und wurde vom Kaufmann Josef Hermes aus Serkenrode gestiftet. Die Josefsandacht mit Predigt hält Dechant Schwunk aus Attendorn. |
1933 | wird Dank des Einsatzes von Vikar Stöwer eine
Donatusreliquie zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde spendet den
Betrag von 270 Reichsmark, um eine Monstranz für die Reliquie
kaufen zu können. Am 23.06. ist für die Gemeinde ein Festtag, da der Paderborner Erzbischof Caspar Klein 62 einheimischen und zwei auswärtigen Firmlingen das Sakrament der Firmung spendet. Am Vikariegebäude werden neue Fenster zur Straßenseite eingesetzt. Ebenso erhält das Haus ein neues Portal und einen frischen Anstrich. Etwa 70 Serkenroder Gemeindeangehörige nehmen an der Wallfahrt zum Hl. Rock in Trier teil. |
1934 | Am 11.07. ist 'Tag der Mütter' in Serkenrode in
Verbindung mit einer Wallfahrt von etwa 70 Frauen nach Werl. Die
Kosten für diese Fahrt mit Besichtigung der Möhnetalsperre, der
Kirchen Himmelpforten und Affeln betragen 3,60 RM. Am 22.07. ist Männerwallfahrt nach Waldenburg. Es werden etwa 5000 - 6000 Pilger gezählt. Der Abt von Hardehausen hält die Festpredigt zum Thema "Christus, unser Führer!" Vom 28.11.-01.12. findet ein Triduum für Männer und Jungmänner statt. Hierzu erhält ein Pater aus dem Franziskanerkloster Werl drei Predigten, die alle gut besucht sind. |
1935 | Am 31.01. trifft das von dem Kunstmaler
Brunstein angefertigte Gemälde des hl. Donatus ein. Es soll
vorläufig in der Kirche aufgestellt werden. Der endgültige Platz
soll eine eigene Kapelle auf dem Lingescheid sein. Am 15.09. zieht die Gemeinde erstmals hinauf zum Linkscheid, um an den sieben Bildstöcken von den Sieben Schmerzen Mariens zu beten, die Pfarrvikar Stöver dort aufstellen ließ. Am 15.09. wird mit Genehmigung des Generalvikariats Paderborn erstmals das Fest des 2. Kirchenpatrons, des hl. Donatus, gefeiert. |
1936 | Auch an Serkenrode gehen die Strömungen der
nationalsozialistischen Epoche nicht vorbei. So gibt Pfarrvikar
Stöwer seinen Unmut freien Lauf über eine Versammlung, die im
August in einem Serkenroder Lokal abgehalten wurde:
"Unglaublich, und doch wahr! Im August 1936 wurde in einem Lokal
hierselbst ein Vortrag über Weltanschauung gehalten. Der Redner
stellte die Frage: "Glaubt ihr, dass der liebe Gott seinen Sohn
in die Welt geschickt hat?" - Und die Antwort? Alle Stände waren
vertreten! Braver Mann, zeige dich! "Fest soll mein Taufbund
immer stehen, ich will die Kirche hören." - "Sie soll mich
allzeit gläubig sehen!" - Braver Mann, zeige dich! Hoch klingt
das Lied vom braven Mann. Keiner erhebt sich!! Auch nicht einer
hatte den Mut, sich zu erheben und zu sagen: "Ja, ich glaube!"
Die Küsterin Elisabeth König-Rentmeister kündigt ihren langjährigen Dienst, da sie Haushälterin bei ihrem Bruder wird, der jüngst zum Priester geweiht wurde. Am Sonntag nach Weihnachten beginnt die eucharistische Familienwoche. Ein Steyler Missionar, Pater P. Budde, hält die Predigten: |
1938 | Am 01.08. erfolgt in der Besetzung der
Pfarrvikarie ein Stellenwechsel. Pfarrvikar Stöwer wird nach
Böckenförde bei Lippstadt versetzt. Für ihn kommt Pfarrvikar
Wilhelm Stapelmann aus Bochum. am 09.09. spendet der Weihbischof von Paderborn, Baumann, 74 Angehörigen der Gemeinde in der Pfarrkirche zu Schliprüthen das Sakrament der Firmung. Die neue Paramentengruppe ist sehr aktiv und unter der Leitung der Lehrerin Wulf sowie Fräulein Elisabeth Stiesberg emsig dabei, neue liturgische Gewänder anzufertigen. Fräulein Stiesberg versieht außerdem den Dienst als Sakristanin. Vikar Stapelmann schreibt in die Chronik, daß er noch nie so ein schönes Weihnachtsfest erlebt habe wie 1938 in Serkenrode. |
1939 | im Januar wird der 'Jugendsonntag' eingeführt,
der sich bestens bewährt. Das Sakrament der Taufe wird am
Sonntagnachmittag in feierlicher Form in der Kirche gespendet.
Erstmals müssen die Kinder auf Fronleichnam in die Schule. Daher
wird die Prozession in aller Frühe abgehalten, da sie nicht auf
den kommenden Sonntag verlegt werden darf. Am 01.09. beginnt der II. Weltkrieg. Die Glocken dürfen nicht mehr geläutet werden. Vom 19.-26.11. wird eine religiöse Woche abgehalten, in deren Verlauf Pater Busch (MSC) zum Thema spricht: "Was will Gott von uns in dieser Zeit?" Am 17.12. müssen die Kirchenfenster wegen Fliegergefahr verdunkelt werden. |
1940 | In einer Kanzelverkündigung weist Vikar
Stapelmann auf folgendes hin: "In dieser Woche sollen wir Einquartierungen bekommen. Die Soldaten sollen in unserer Gemeinde herzlich willkommen sein. Wir wollen unsere Christenpflicht und unsere vaterländischen Pflichten an ihnen ganz erfüllen. Wir denken dabei an unsere eigenen Brüder, die als Soldaten in der Fremde weilen. Wenn ich nun noch eine Bemerkung mache, dann tue ich es nur, weil traurige Erfahrungen aus anderen Orten mich dazu drängen. Ich möchte den Frauen und Mädchen zurufen: Vergeßt nicht eure Würde! Eure Frauen- und Mädchenwürde, eure Christenwürde! Im Allgemeinen möchte ich die Eltern darauf hinweisen, ihre Kinder bei Anbruch der Dunkelheit zu Hause zu halten." Wegen der drohenden Fliegergefahr darf die Fronleichnamsprozession in gewohnter Weise nicht stattfinden. Es ist lediglich eine Prozession um die Kirche erlaubt. Am 02.11. dürfen zum "Allerseelentag" auf dem Friedhof keine Kerzen und Lämpchen angezündet werden. Am 03.12. erkrankt der Vikar und ist für die Dauer eines halben Jahres abwesend. Er wird durch die Patres aus Meschede vertreten. |
1941 | Wegen der Abwesenheit des Vikars wird die
Erstkommunion auf den Weißen Sonntag verlegt. Am 19.03. wird der Mescheder Pater Hermengild nach der Hl. Messe von der Gestapo verhaftet. Gleichzeitig erfolgt eine Beschlagnahme des Mescheder Klosters. Im Juni wird der Schriftenstand in der Kirche verboten. Anläßlich der Konsekration des neuen Erzbischofs Lorenz Jäger fahren 10 Jungen aus Serkenrode nach Paderborn, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. |
1942 | Am 17.02. findet das erste Seelenamt für ein
gefallenes Opfer der Gemeinde statt: Herbert Holthöfer. Schon vorher war Herbert Merschkötter in Rußland bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Am 12.04. gehen 28 Kinder des 2. und 3. Schuljahres zum ersten Mal zur Hl. Kommunion. Im Mai werden die bisher nicht gebräuchlichen Maiandachten als Bittandachten gestaltet. Die Fronleichnamsprozession findet wieder in verkürzter Form statt. Die Ausschmückung der Straßen mit Fahnen ist verboten. |
1943 | Am 11.01. wird das Vikariehaus von der Gestapo
untersucht und sämtliche Akten und Unterlagen zur Jugendarbeit
sowie die Korrespondenz mit der Erzbischöflichen Behörde
beschlagnahmt. Vikar Stapelmann wird am 19.01. in Hörde von der
Gestapo verhört. Am 28.06. spendet der Paderborner Weihbischof Baumann in der Serkenroder Kirche das Sakrament der Firmung. Dazu kommen auch die Kinder und Jugendlichen aus Schliprüthen. Domvikar Dr. Schulte aus Paderborn hält in der Zeit vom 16.-19.12. ein Triduum mit dem Thema "Die Wahrheit von der göttlichen Vorsehung". |
1944 | Am 12.03. wird in der Kirche eine provisorische
Kriegergedächtnisstätte am Kreuzaltar errichtet. Holzkreuze
tragen die Namen der Gefallenen (8) und Vermißten (5). Im Juli beschließt der Kirchenvorstand, keine Kirchensteuer zu erheben, da die Erträge aus dem Kollektenkorb und dem Opferstock ausreichen, das Defizit zu decken. Am 08.11. beschreibt Vikar Stapelmann die Kriegssituation: "Die militärische Lage wird immer bedrohlicher. Die Feinde stehen im Westen an den Grenzen des Reichs. Tag und Nacht strömen die Flüchtlinge aus dem bedrohten Rheinland nach Osten. Die Vikarie hat eine Reihe von ausgebombten Schwestern aus dem Hildegardis-Krankhaus in Köln aufgenommen und eine alte pensionierte Lehrerin. Das Heim ist belegt, der Unterricht muss, so schlecht es geht, in der Sakristei abgehalten werden. Da den Lehrpersonen untersagt ist, Religionsunterricht zu erteilen, gibt die Lehrerin Elisabeth Funke-Sellen diesen Unterricht.Sie erhält hierfür eine besondere bischöfliche Erlaubnis. Bei Gefahr durch die Gestapo wird sogar der Religionsunterricht im Heizungskeller der Kirche erteilt. Die Bücherausgabe der Borromäusbücherei ist in der Wohnung des Vikars." |
1945 | Am 14.03. wird ein Personenzug im Bahnhof
Serkenrode durch Tiefflieger bomardiert. Dabei werden die
Kirchenfenser der Südseite zertrümmert, Dächer abgedeckt und
Schienen hochgestellt. Drei Menschen finden den Tod. Über die Ereignisse der letzten Kriegstage, die auch für die Kirchengemeinde Serkenrode unvergeßlich bleiben wird, ist in der Chronik Vikar Stapelmanns folgendes festgehalten: " Die Front ist nähergerrückt. Deutlich hört man Donnergrollen der Geschütze, die Nazis wollen das freilich nicht wissen. Sie behaupten, es handele sich um 'Übungsschießen' ... Zur Artillerie gehörende Reparaturabteilungen kommen auch nach Serkenrode. Bei dem Schreinermeister Kathol wird ein Funkmast errichtet. Die Serkenroder fürchten, dass ihr Dorf Ziel eines Fliegerangriffs werden könnte. Allmählich ist es und klar geworden, dass wir uns in einem grossen Kessel befinden. Die militärischen Formationen wechseln schnell. Sie kommen näher aus südöstlicher Richtung. Im Pfarrhaus nehmen Sanitätsoffiziere Quartier. Am nächsten Tage sind sie schon wieder fort. Nun kommen Offiziere des Stabes. Aus ihren Telephongesprächen hören wir zu unserem Erstaunen, dass der Beind bereits bei Hirschberg, Meschede und Niederberndorf stehe. Auch diese Herren mit den roten Biesen verschwinden schnell wieder. Es kommen in die Vikarie Offiziere einer auf 7 Mann zusammengeschmolzenen Pionier-Abteilung, bescheidene, liebe Menschen. Einer ist evangelischer Pfarrer. Aber schon am selben Nachmittag wird einer von den Offizieren mit angeschossenem Bein gebracht, und am Abend sind sie schon wieder fort. Im Ort bleibt eine Flak-Einheit, die auf dem Grundstück des Herrn König-Rentmeister zwischen dem Friedhof und dem Feld seine Aufstellung genommen hat. Bei dem Haus Robert Becker ist ein mittelschweres Geschütz stehengeblieben. Am Spätnachmittag des 10.04. (Dienstag nach Weißensonntag) kommen die ersten Einschläge. Sie leigen auf dem Gelände nördlich vom Friedhof. Es soll wahrscheinlich der Abzweig Schliprüthen-Fehrenbracht beschossen werden. Dort konnte man später eine Reihe von Einschlägen feststellen. Dormecke hatte am 10.04. einen schweren Beschuß zu erleiden. Bei diesem wurde Caspar Corte, Mitglied des Kirchenvorstandes, schwer am Kopf verwundet. Er starb in Schmallenberg im Krankenhaus, wohin ihn die Amerikaner gebracht hatten. Die gefangenen deutschen Soldaten wurden in die Kapelle gebracht. Dabei wurde der Soldat Matthias Krengel erschossen und von den Amerikanern neben der Kapelle begraben. Er soll sich gewehrt haben, ganz klar ist der Vorgang nicht. Später ist der Tote auf dem Serkenroder Friedhof beigesetzt worden... Nach Einbruch der Dunkelheit zogen die letzten Truppenteile ab. Viele Soldaten blieben heimlich im Keller zurück, um sich dem Feinde zu ergeben. Wahrscheinlich wollten die Amerikaner des nachts noch in Serkenrode einrücken; denn ein deutscher Panzer, der sich verfahren hatte, stieß unter Unterführung auf feindliche Panzer, die sogleich Feuer gaben, den deutschen Panzer bewegungslos schossen, dann aber abdrehten. Im Keller des Gastwirts Caspar Schmitt sind die Verwundeten des Panzers verbunden worden. Wahrscheinlich vermutete der Feind jetzt noch in Serkenrode stärkere deutsche Kräfte. Er beschoß die ganze Nacht das Dorf. Aber wie durch ein Wunder blieb das Dorf verschont. Kein Toter oder Verwundeter, kein Brand oder dergleichen. Außer Dachschäden erlitten eigentlich nur die Häuser des Schreinermeisters Franz Schulte und des Bauern Franz Jostes Schäden. Stärker beschädigt wurden am nächsten Vormittag das Haus der Familie Anton Korte. Diese Schäden saber stammten von deutscher Artillerie. Am frühen Nachmittag des des folgenden Tages (12. April 1945) rollten die amerikanischen Panzer ins Dorf. Als der erste Panzer an der Kirche vorbeifuhr, hob der 1. Offizier grüßend die Hand. Die Häuser wurden nach verborgenen deutschen Soldaten durchsucht. Viele Bewohner mussten für etwa 2 Tage den Amerikanern ihre Häuser zur Verfügung stellen. Dabei nahmen die feindlichen Soldaten, wie allgemein bekannt ist, Uhren und andere Kostbarkeiten als "Andenken " mit. Gewalttätigkeiten kamen nicht vor. Auch von Seiten der Fremdarbeiter - in unserem Dorfe gab es eine Reihe von Polen - geschahen in Serkenrode keine Gewalttätigkeiten, wie sie - auch im Lauf der nächsten Zeit - von den umliegenden Dörfern und aus dem ganzen Lande gemeldet wurde. Da hier in Serkenrode regelmässig Gottesdienste für Polen durch den Vikar abgehalten worden waren, mag mit dazu beigetragen haben, dass wir von solchen Gewalttätigkeiten verschont blieben. Nach einigen Tagen zog alles Militär wieder ab. Wir spürten einige Wochen nichts mehr vom Kriege, bis neue amerikanische Besetzter kamen .... " Während des Beschusses der Stadt Fredeburg im April starb dort der frühere Vikar Franz Mönig, der von 1920 - 1927 Vikar in Serkenrode war. Im Dezember kommen Ströme von Flüchtlingen ins Dorf. Viele von ihnen sind ausgeplündert und auf's tiefste erniedrigt worden. Die Familien im Dorf rücken zwar enger zusammen, um den Flüchtlingen Wohnung zu bieten, jedoch ist ein wachsendes seelsorgerisches Problem durch diese Situation nicht zu verkennen. |
1946 | Am 14.04. wird eine religiöse Woche beendet,
die durch den Pater Wesseling (MSC) gestaltet worden war. Die
Beteiligung war sehr gut. Am Fest Christi Himmelfahrt findet
erstmals wieder seit Jahren die große Prozession statt. Am 04.09. wird in den Büroräumen der ehemaligen Bahmeisterei ein Caritas-Kindergarten eröffnet. Die Leitung übernimmt Fräulein Gisela Merschkötter. Am 11.09. wird eine Kolpingsfamilie gegründet. Senior wird Schreinermeister Georg Reuter. |
1947 | Am 12.08. reist eine Abordnung des Kirchenvorstandes nach Altengesecke, um dem Pfarrer B. Becker die Glückwünsche zum goldenen Priesterjubiläum auszusprechen. Pfarrer Becker war um die Jahrhunderwende Vikar in Serkenrode und hat die Kapelle völlig umbauen lassen. |
1948 | Anfang März beginnt der Kirchenmaler Clemens
Ortmann aus Attendorn mit der Tönung unserer Kirche. Von Ostern
ab arbeitet er mit drei Leuten, derst nach Pfingsten wird die
Kirche fertig. Es hat zwar lange gedauert, doch wurde die Kirche
noch vor der Währungsreform zum Preis von 7.000 Reichsmark alter
Währung fertig. Am 20.06. tritt die Währungsreform in Kraft. Auch die Kirchengemeinde hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da sie bei der Iserlohner Firma Kirchenfenster in Auftrag gegeben hatte, die einen Tag vor der Währungsreform fertig wurden. Der Unternehmer Riedel weigerte sich aber, die Bezahlung in altem Geld anzunehmen, so dass eine wüste Feilscherei begann. Schließlich wurden 1.000 DM anstelle von 6.000 RM bezahlt. Allerdings fallen die FEnster nicht zur Zufriedenheit aus. Die Firma Riedel begründet dies it dem Mangel an Buntglas. Im Juli wird die Kommunionbank geteilt und erweitert. Die neuen Stücke werden der alten Kommunionbank angepaßt, wobei das "Lamm Gottes" Bildhauer König in Eslohe, das Maßwerk Kunstschreiner Börger in Fretter und die übrigen Teile Schreinermeister Georg Reuter von Serkenorde anfertigen. Am 13.07. spendet der Paderborner Weihbischof August Baumann 11 Firmlingen das Sakrament der Firmung. Am 17.10. zieht Pfarrer Thieme, ehemaliger Vikar von Serkenrode, der zuletzt Pfarrer in Jakobsberg war, als Pensionär nach Serkenrode. Am 07.11. wird für die Gemeinde Fretter, Serkenrode und Schliprüthen ein "Hedwigskreis" gebildet, der mit Mittelpunkt Serkenrode die katholischen Ostvertriebenen betreuen soll. |
1949 | Am 01.01 wird in Serkenrode das neue Gebet- und
Gesangbuch "Sursum Corda" eingeführt. Am 10.04. erhält die Gemeinde von den beiden abgelieferten Glocken die kleinere Glocke zurück. Am 05.06.,dem Pfingstfest, beginnt eine Volksmission, die von den Herz-Jesu-Missionaren O. Wesseling und P. Schürheck (MSC) durchgeführt wird. Am 26.06. kommen endlich die neuen Bestimmungen zur Kirchenvorstandswahl. Es werden sechs Gemeindeangehörige gewählt: Josef König-Rentmeister, Ewald Jostes, Josef Korte-Kauken, Martin Schneider, Josef König-Eisenbahner und Johannes Reuter-Fürsten. Am 13.11. wird der neue Pfarrer der Mutterpfarrei Schliprüthen, Fanz Habbel, in sein Amt eingeführt. |
1950 | Am 01.05. wird Pfarrvikar Wilhelm Stapelmann
zum Pfarrer in Mönninghausen ernannt. Am 18.06. wird der Pfarrer
Stapelmann verabschiedet, nachdem er 12 Jahre in Serkenrode
tätig war. Nachfolger wird der aus der Grafschaft Glatz (Schlesien) vertriebene Pfarrer Johannes Taube. |
1951 | Zu Anfang des Jahres ist zu beklagen, dass nach
der Versetzung des Lehrers Kaulmann kein Organist mehr zur
Verfügung steht. An Sonntagen springt daher Otto Schmidt ein, an
den Werktagen leitet die Küsterin Elisabeth Stiesberg den
Gesang. Die Feier der Osternacht ist erstmals um 23.00 Uhr. Sie wird durch den Gesang der beiden Studenten Aloys Merschkötter und Eugen Molitor durch ihre Gesänge verschönert. Zu Pfingsten wurde bei der Familie HOffmann-Betten eine Wohnung frei, die nun von dem ehemaligen Serkenroder Lehrer Elsleben mit seiner Familie bezogen wird. Lehrer Elsleben ist nach Serkenrode zurückgekehrt, um den Organistendienst zu übernehmen |
1952 | Am 06.08. wird Berhard Richter, Sohn des
Kirchenpatrons Dr. med. Guido Richter, in Oeventrop zum Priester
geweiht, Er begann erst nach dem Krieg, als er bereits
Bahninspektor war, mit dem Theologiestudium. Am 17.08. ist feierliche Primiz des Neupriesters Bernhard Richter in Serkenrode. In der Festpredigt weist Pfarrer Stapelmann darauf hin, "daß Gott diesen Jungmann rief, als der letzte Neupriester von Serkenrode, Vikar Robert König, ein Opfer seines Berufes wurde. Vikar König war gegen Ende des Krieges mit westdeutschen Mädchen in Pommern (Luftkrieg). Als er sich beim Russeneinmarsch schützend vor sie stellte, wurd er erschossen. Gott schickt heute Ersatz." Anläßlich der Primiz werden für die Kirche sechs neue Bronzeleuchter angeschafft. Im Herbst wird der Fußboden der Kirche erneuert, da die Unterlagen der Bedielung völlig morsch sind. Außerdem wird ein neuer, geschlossener Beichtstuhl angeschafft, der seine Aufstellung an der Gartenseite findet. Am 06.09. stirbt der Kirchenkassenrendant Martin Schneider Am 19.10. ist Kirchenvorstandswahl. Die drei ausscheidenden Mitglieder Josef Korte, Josef König und Ferdinand Gerke werden wieder gewählt. Hinzu treten die neuen Ersatzmitglieder Georg Cremer und Josef Stiesberg. |
1953 | Am Johannesfest (24.06.) findet ein Levitenamt anläßlich der Verabschiedung des Pfarrers Thiem statt. 50 Jahre kennt er die Serkenroder Gemeinde, und fünf Jahre lebte er als Pensionär in Serkenrode. Nun zieht er nach Bad Driburg. |
1954 | Für etwa 30.000 DM wird
das Vikariegebäude grundlegend renoviert. Das Gebäude entspricht
in seiner äußeren Gestaltung nicht mehr den Anforderungen,
besitzt nur zwei Kellerräume von geringem Ausmaß und ohne
Kopfhöhe und hat einen Anbau, welcher sehr schlecht ist. Das
Fachwerk ist größtenteils noch mit Lehm ausgestakt, die Hölzer
des Erdgeschosses sind stark angefault. In der Himmelfahrtswoche
wird mit dem Umbau begonnen. Pfarrer Taube, dessen Mutter und
Mieterin Frau Käthe Börger bleiben im Haus wohnen. Am 12.09. ist der Umbau bis auf die Türen, Treppe und Erneuerungen des Daches fertiggestellt. Erstmals wird die Himmelfahrtsprozession von Serkenrode nach Schliprüthen und zurück nicht gehalten. Dafür ist an der Kapelle in Dormecke ein festlicher Gottesdienst mit anschl. Prozession zur Kirche nach Serkenrode. |
1955 | Unvorhergesehene Schwierigkeiten in der
Beschaffenheit der Baumaterialien am Vikariehaus haben die
Sanierungskosten in die Höhe getrieben. Eine spontane Sammlung
im Dorf erbringt 6.500 DM. Am 09.05. stirbt der Rendant Josef Hennecke, Nachfolger wird Georg Cremer. Die Kirchenvorstandswahl am 11.09. ergibt keine Änderung. |
1956 | Die Kirchengemeinde hat sich mit großen Sorgen abzuquälen. Schon in einem Gutachten von Wilhelm Heinemann aus Remblinghausen vom 10.11.55 war ausgesagt worden, dass die Beschaffenheit des kleinne und großen Turmes sehr gefährlich sei und Einsturzgefahr bestehe. Im April 1956 schlägt Heinemann vor, den kleinen Turm abzureissen und einen neuen, großen Turm zu bauen. Der Mescheder Architekt ermittelt zum Neubau eines Glockenturmes die Bausumme von 72.000 DM. Auch der Paderborner Architekt Aloys Dietrich empfiehlt einen Neubau des Turmes zum Preis von 85.000 DM. Um die Finanzierung des gewaltigen Projektes sicherzustellen, wird eine Finanzkommission gewählt, die aus 8 Gemeindemitgliedern besteht. |
1957 | Zu Anfang des Jahres werden die Vorbereitungen
zum Turmbau energisch vorangetrieben. Es wird beschlossen, dass
von jedem Morgen Land 10 DM abzuführen sind. Außerdem muss jeder
Gehaltsempfänger ein Monatsgehalt zur Verfügung stellen, damit
der Betrag von 80.000 DM angespart werden kann. Im Dorf erhebt sich kein Widerspruch. Am 04. und 05.02. wird der kleine Turm abgetragen. Außerdem verlegt die Firma Alfred Cremer aus Serkenrode an der Südseite der Kirche eine ca. 2 Meter tiefe Drainage. Zimmermeister Schulte aus Cobbenrode repariert die Schäden im Dachgebälk. An der Straßenecke Dorfstraße/Kirchweg wird ein provisorischer Glockenstuhl errichtet, um wenigstens mit einer Glocke während der Bauzeit läuten zu können. Am 13.10. beschließt der Kirchenvorstand den Bau des Kirchturms an der Westseite. |
1958 | Das Jahr steht ganz im Zeichen des Turmbaus. Am
31.03. genehmigt das Generalvikariat das Bauvorhaben, der Kreis
Meschede erteilt am 10.05. die Baugenehmigung. Am 28.05. werden die Maurer- und Betonarbeiten an die Fa. Franz Vogt in Schönholthausen vergeben. Am Tag nach Schützenfest wird die Orgel abgebaut. Die Gottesdienste finden werktags im Jugendheim, sonntags in der Schützenhalle statt. Der Abbruch der Westwand mit Preßlufthammern gestaltet sich sehr schwierig, doch dann gehen die Bauarbeiten zügig voran. Im Juli werden die Zimmerarbeiten an Karl Gunkel in Finnentrop, die Klempnerarbeiten an Heinrich Hömberg in Fretter und Dachdeckerarbeiten an W. Meffert in Serkenrode vergeben. Das Richtfest des Turms ist am 22.09. Nachdem im Innern der Kirche einige notwendige Reparaturen durchgeführt worden sind, und das große Christusmosaik im Chorraum durch den Bildhauer Herbert Lorenz aus Hennen bei Schwerte fertiggestellt ist, kann die Gemeinde im Rahmen eines festlichen Abendgottesdienstes am 27.11. wieder in die Kirche einziehen. Im Advent verläßt der frühere Lehrer und langjährige Organist Esleben das Dorf, um zu seiner Tochter nach Werdohl zu ziehen. |
1959 | Am 30. und 31.01. feiert Pfarrvikar Johannes
Taube sein silbernes Priesterjubiläum. Zu diesem Anlaß findet am
30.01. ein abendlicher Fackelzug statt, an dem sich etwa 500
Dorfbewohner beteiligen. Am 31.01. findet unter der Beteiligung
von sieben Priestern in der Kirche ein feierliches Levitenamt
statt. Zum Schützenfest wird rechtzeitig der Außenputz der Kirche fertig. Außerdem werden zwei neue Fenster im Chor eingebaut und ein Ewig-Licht-Leuchter nach Entwürfen des Bildhauers Herbert Lorenz angefertigt. |
An dieser Stelle enden wir mir der Abschrift aus dem Buch "Serkenrode
und das Kirchspiel Schliprüthen im Kurkölnischen Sauerland."
Wer sich auch für die restlichen Einträge der Kirchenchronik (bis
in die 90er Jahre) interessiert, kann dieses - und noch viel
mehr aus der Geschichte von Serkenrode - in der vorgenannten
Chronik nachlesen.
Die ursprüngliche Hofkapelle im Jahr 1888
Im Jahr ?
Jahr ?
Jahr 1939
Trauung in den 60er Jahren (?)
1960
Mit Mosaik "Der gute Hirt" von Bildhauer Herbert Lorenz, 1958
fertiggestellt.
2013
Vor 1959
Umbau/Turmbau1958
Nach Umbau 1959
Glockenweihe 1961
Renovierung 2010
Renovierung 2010
Madonna
Leihgabe von Paderborn
Heiliger Josef
Kriegerehrenmal "Christus mit dem Jüngling von Naim",
gefertigt von Bildhauer Herbert Lorenz aus Hennen
Einweihung Schützenfest 1968
Renovierung Vikarie 1954
Anbau Turm 1958
Anbau Turm 1958
Notglocke während Turmbau